Fair Aid leistet seit zehn Jahren Hilfe mit Spenden

Badische Zeitung 20.07. 2016 / Delegation aus Kenia zu Gast

 

Das kann sich sehen lassen: Der Verein Fair Aid und sein Hilfsprojekt Choice for Life   in Kenia haben mit Spenden von fast 200000 Euro in zehn Jahren wertvolle Hilfe geleistet.

Im Jubiläumsjahr haben Aurelia Kubondo und Esther Sungu die weite Reise auf sich genommen, um sich mit den Unterstützern vor Ort auszutauschen. Drei Wochen lang sind sie in Rheinfelden und München – wo Fair Aid ebenfalls tätig ist – zu Besuch. Bisher gab’s unter anderem ein afrikanisches Fest in Nollingen, einen Austausch mit der Kinder-und Jugendhilfe und einen Sponsorenlauf.


Fast zu klein war das Gelände des Spielhauses Nollingen, um die vielen Gäste des Afrikatages am Freitag unterzubringen. Viele Afrikaner aus unterschiedlichen Ländern – die hier leben – waren gekommen, auch Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte mischten sich darunter. Wolfgang Gorenflo vom Spielhaus Nollingen, Valerie Hodiamont und Marcel Gwangua hatten das Fest organisiert und ganz viele Freunde zum Kommen motiviert.

Nachmittags spielten fünf Musiker der Gruppe Bali Nyonga afrikanische Musik auf ihren traditionellen Instrumenten. Dazwischen gab’s moderne Rhythmen aus Musikboxen, die zum Tanzen animierten. Am Abend wurden die selbst gekochten afrikanischen Speisen aufgefahren. Sie waren eine Augenweide – wie auch die bunten Gewänder, in denen viele Gäste gekommen waren.

 

Eine besondere Überraschung für Kubondo und Sungu gab’s am Dienstag. Im Beisein von Jörg Mauch, Fair Aid, überreichten alle Schüler der Hebelschule einen dicken Scheck. Zum vierten Mal hatten die Kinder Sponsoren für einen Lauf zugunsten von Fair Aid gesucht, der bereits Mitte Juni stattfand. 8350 Euro kamen so zusammen. Mit der Spende werden Schulgeld, Schuluniformen und Essen finanziert.

Kubondo ist Direktorin des Projekts, Sungu Projektmanagerin. Gemeinsam mit ihrem Team kümmern sie sich an drei Standorten um rund 200 Kinder. Wie Kinder-und Jugendhilfe in Rheinfelden funktioniert, erzählten Christina Händel und Cristina Manco vom Landratsamt. Die Kenianerinnen zeigten sich sehr interessiert an den Tätigkeitsfeldern ihrer deutschen Kolleginnen. Sungu erläuterte dann ihre Arbeit, die von großer Armut der Bevölkerung und Krankheiten wie HIV geprägt wird. Viele Kinder seien Waisen und lebten unter schlechten Bedingungen bei ihren viel zu alten Großeltern. Sie gingen kaum zur Schule, weil der Besuch im Gegensatz zu Deutschland Geld kostet. "Manche essen nur einmal am Tag", so Sungu. Choice for Life unterstützt einerseits diese Kinder und bezahlt ihnen den Schulbesuch. Andererseits bieten sie auch den Erwachsenen Hilfe. "Einmal im Monat gibt es ein sogenanntes Table-Banking, an dem Mikrokredite vergeben werden", erläutert Sungu. Damit können die Kreditnehmer zum Beispiel einen kleinen Marktstand betreiben. Die Treffen dienen aber auch dem Austausch und helfen Sungu und ihrem Team, Kontakt zu den Menschen zu halten. Als Nächstes möchten die beiden ein Projekt für Jugendliche starten. "Earn and learn (verdienen und lernen) soll Jugendliche dazu bringen, sich weiterzubilden", erläutert Jörg Mauch. Ein solches Projekt sei einmal gescheitert, weil die Jugendlichen nichts verdienten, während sie an dem Programm teilnahmen. Deshalb sollen sie für die Ausbildung ein kleines Gehalt bekommen. Die Jugendarbeitslosigkeit in Kenia beträgt über 70 Prozent.

Die nächste Woche werden Kubondo und Sungu in München verbringen. Zurück in Rheinfelden beteiligen sie sich an einem weiteren Sponsorenlauf, der am Freitag, 5. August, im Tutti Kiesi stattfindet. Am 8. August geht’s zurück nach Kenia.

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